Klimakonferenz in Kopenhagen

Klima-Brennpunkte

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Auf der Weltkarte zeigen wir eine Auswahl von Orten, die Brennpunkte des Klimawandels darstellen. Greenpeace ist an viele dieser Orte gereist und lässt Betroffene zu Wort kommen. Sie leben an den Klimabrennpunkten und leiden bereits heute unter den Folgen der Klimaveränderungen.
Auch in Deutschland kann man die Auswirkungen des Klimawandels schon sehen. Deutsche Klimazeugen berichten von ihren Erfahrungen und den Veränderungen, an die sie sich anpassen müssen.

Klimakonferenz in Kopenhagen

KonferenzgebŠude

Vom 7.  bis 19. Dezember 2009 hat in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen der Klimagipfel stattgefunden. Es war die 15. UN-Klimakonferenz (COP15). Delegierte aus 190 Ländern der ganzen Welt reisten an und diskutierten im Bella Center die wichtigen Fragen zum Schutz des Weltklimas. Bis zum Ende der Konferenz sollte ein gemeinsames Konzept stehen: Ein ambitioniertes, gerechtes und bindendes Klimaschutzabkommen. Es sollte ab 2012 das Kyoto-Protokoll erweitern.

Wer war in Kopenhagen?

In Kopenhagen wurden bis zu 15.000 Teilnehmer erwartet, darunter viele Delegierte der 192 Staaten. Sie müssen auf solchen Konferenzen ihre Entscheidungen einstimmig treffen. Dabei gilt das Prinzip: Ein Land, eine Stimme. Somit hat ein kleines Land wie der Inselstaat Tuvalu mit nur 12.000 Einwohnern offiziell gleiches Stimmrecht wie die USA mit ihren rund 300 Millionen Einwohnern. Doch trotz des urdemokratischen Prinzips sieht die Machtkonstellation anders aus. Ohne die USA geht so gut wie nichts. Die mächtigen Industrienationen, die am meisten Treibhausgase in die Luft ausstoßen, dominieren den Verhandlungsprozess, während die Ärmsten der Armen, die besonders unter dem Klimawandel leiden, sich nur sehr schwer Gehör verschaffen können.

Was sollte in Kopenhagen erreicht werden?

Das Hauptziel der UNO klingt abstrakt: Die Klimarahmenkonvention sieht vor, eine gefährliche Störung des Klimasystems zu verhindern. Die Europäer haben dieses Ziel präzisiert und leiten daraus ab, gegenüber dem vorindustriellen Niveau soll sich die Erde bis zum Ende des Jahrhunderts nicht um mehr als 2 Grad Celsius erwärmen. Denn bereits eine Erderwärmung über 2 Grad würde nach einer Studie der UN, die UNEP-Studie, dramatische Folgen haben. Der größte Urwald der Erde, in Amazonien, könnte beispielsweise verschwinden. Wenn der Temperaturanstieg unter zwei Grad gehalten werden kann, könnte sich ein Teil der Menschen, Tiere und Pflanzen an die unvermeidbaren Veränderungen des Klimas anpassen. Dann bestünde EisbŠrauch eine Chance, die finanziellen Schäden der Erderwärmung zu bewältigen. Für Europa bedeutet das Zwei-Grad-Ziel: Wir müssen unsere Treibhausgasemissionen um mindestens 80 bis 95 Prozent vermindern. Doch während Europa noch abwägt, welche Einschnitte der Klimaschutz für das Land bedeutet, geht es in anderen Teilen der Welt schon ums Überleben.

Welche unterschiedlichen Positionen gibt es?

Ein Einvernehmen der Länder war in vielen Punkten nicht zu erreichen: Es gibt unterschiedliche Vorstellungen vom Klimaschutz. So kündigten Inselstaaten wie die Malediven an, sich in Kopenhagen für eine radikale Senkung von Treibhausgasen einzusetzen. Sie erleben heute schon die bedrohlichen Auswirkungen des Klimawandels: Überschwemmungen, starke Wirbelstürme und Dürren rauben den Menschen zunehmend die Existenzgrundlage. Aufstrebende Industrienationen könnten sich hingegen für einen breiteren Spielraum der eigenen Emissionen einsetzen. Den Industrieländern wie der EU und den USA kam in Kopenhagen eine Schlüsselrolle zu: Sie haben seit der Industriellen Revolution die höchsten Emissionen an Treibhausgasen produziert.

Greenpeace-Forderungen:

Meerjungfrau Wenn es um das Klima ging, führten 2009 alle Wege nach Kopenhagen. Um die schlimmsten Folgen der Klimaerwärmung zu verhindern, hätte in Kopenhagen ein ambitioniertes und verbindliches Klimaschutzabkommen entstehen müssen. Das ist nicht geschehen, die Politiker haben versagt. Dennoch ist nicht alles verloren.

Greenpeace fordert von der Gruppe der Industriestaaten, ihre Treibhausgase bis zum Jahr 2020 um mindestens 40 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren. Zur Verbesserung der Klimabilanz muss zudem die Abholzung der Urwälder in Brasilien und Indonesien gestoppt werden. Daneben ist eine jährlich Finanzierung von 110 Milliarden Euro für internationale Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern notwendig.

Wirtschaftskrise und Klimakrise können gemeinsam gelöst werden, wenn die Industrienationen jetzt massiv in Erneuerbare Energien investieren. Bundeskanzlerin Angela Merkel muss im internationalen Klimaschutz endlich eine Führungsrolle übernehmen!

Update: Klimagipfel 2010 in Cancún

Die nächste große UN-Klimakonferenz hat Ende 2010 in Mexiko stattgefunden. 190 Teilnehmerstaaten haben dort zwei Kompromisspapiere verabschiedet. Mit dem Abschluss der Klimakonferenz in Cancún ist die Staatengemeinschaft dem 2011 geplanten Klimaschutzvertrag ein Stück näher gekommen. Um den Klimawandel einzudämmen, muss aber noch viel getan werden. Noch haben die Staats- und Regierungschefs der Länder die Chance, sich auf ihre Verantwortung zu besinnen und Nägel mit Köpfen zu machen.