Rund ein Viertel unserer Erde wird von den Jahrtausende alten Eisböden überzogen. In besonders kalten Gegenden verdickt sich Permafrost zu einem Panzer von bis zu 1,5 Kilometern Tiefe. Insbesondere in Kanada, Russland in der Arktis und in China gibt es diese Eisböden. Auch in den hohen europäischen Bergmassiven gibt es Permafrost, so auf der deutschen Zugspitze.
Über 60 Prozent der Fläche Russlands ist mit Permafrost bedeckt. Mit der zunehmenden Erderwärmung tauen diese Böden auf. Der Boden wird weich, teilweise sumpfig, so dass Häuser und Straßen zerstört werden und auch tief gelegene Pipelines brechen. Zerklüftete Seenlandschaften entstehen.
Die Nensen-Volksgruppe sind Nomaden und leben auf der Halbinsel Jamal im Nordwesten Sibiriens. Ihre Existenz wird vom Klimawandel bedroht: Im Herbst kommt der Frost sehr spät, sodass es knapp wird, wieder rechtzeitig vor Wintereinbruch von der Halbinsel über das Eis auf das Festland zu gelangen. Im Frühjahr hingegen schmilzt die Eisdecke über den Weiden erst spät. Die Tiere können sich nicht ausreichend ernähren, magern ab und werden schwach. Auch müssen die Rentiere ihre Kälber auf dem Eis zur Welt bringen; viele Jungtiere erfrieren. Die Existenz der Nomaden ist aber nicht nur vom Klimawandel gefährdet: Die Heimat der Nensen interessiert die Industrie , denn unter den tauenden Dauerfrostböden Sibieriens liegen reiche Öl- und Gasvorkommen. Allein der Bezirk Jamal-Nensen beherbergt 90 Prozent der russischen Gasvorräte. Greenpeace war im Sommer 2009 vor Ort, um sich ein Bild von der Situation in der sibirischen Tundra zu machen und mit den Nensen zu sprechen.











