Starker Regen im Westen, Dürreperioden im Osten, Hitze in den Städten – die zunehmende Erderwärmung wirkt sich regional ganz unterschiedlich aus. In unserer Karte berichten Menschen aus Deutschland, wie sie den Klimawandel heute schon bei ihrer Arbeit oder in ihrem Umfeld erleben. Wir zeigen hinzu die Bundesländer, die nach Berechnungen des Umweltbundesamtes in Zukunft sehr von diesen Wetterextremen betroffen sein werden. Auch stellen wir die Kosten dar, die nach dem Deutschen Institut für Wirtschaft in den kommenden 50 Jahren auf die Länder zukommen.
Das Eis der Alpen schmilzt, Regen löst Schnee ab.
In der Alpenregion schmelzen mit der zunehmenden Erderwärmung die Gletscher und die Dauerfrostböden. Erdrutsche und Schlammlawinen werden häufiger. Wenn es zu einer Erwärmung von einem Grad kommt, könnten laut OECD rund 60 Prozent der deutschen Ski-Gebiete nicht mehr schneesicher sein.
Starke Niederschläge an den Küsten, Mittel- und Westdeutschland
In den Wintermonaten prasselt in Zukunft mehr Regen vom Himmel und Schneeflocken sehen wir seltener. Laut Umweltbundesamt regnet es im Herbst und Winter besonders stark entlang der gesamten Nord- und Ostseeküste, aber auch in West- und Mitteldeutschland, wie in Nordrheinwestfalen, Niedersachsen, Hessen und im Saarland. Hier kann laut Umweltbundesamt in Zukunft doppelt soviel Regen niederprasseln wie in anderen Regionen Deutschlands. Der starke Regen führt vor allem in Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen zu Überschwemmungen.
Dürre im Osten und Norden
Extrem heiße Sommermonate vertrocknen in Zukunft die Böden der Wälder und Anbaufelder vor allem im Osten und Norden Deutschlands. Hier erwartet das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung eine stärkere Temperaturerhöhung als beispielsweise im Süden Deutschlands. Wassermangel, Ernteverluste, vermehrter Schädlingsbefall der Bäume und Waldbrände sind Folgen.
Hitze gefährdet die Gesundheit
Auch für unsere Gesundheit birgt die zunehmende Erderwärmung Risiken. Gerade für das sensible Kreislaufsystem von älteren Menschen bedeutet die Hitze dann auch Lebensgefahr. In Städten, wo die Böden mit Teer bedeckt sind und die Hitze sich staut, werden vermehrt hitzebedingte Krankheiten erwartet. Laut Robert-Koch-Institut werden in einem wärmer werdenden Deutschland Infektionskrankheiten zunehmen, die eigentlich eher in südlichen Ländern bekannt sind. Eine Gefahr ist beispielsweise das jetzt schon häufiger auftretende Hanta-Virus. Wird infektiöser, staubiger Mäusekot beispielsweise bei der Gartenarbeit aufgewirbelt und eingeatmet, kann das Virus schwere Lungen und Nierenentzündungen hervorrufen. Auch ist die asiatische Tigermücke schon in den nördlichen Alpen anzutreffen; sie überträgt die eher in Indien auftretende Fiebererkrankung, das Chikungunyafieber.
Die Kosten des Klimawandels treffen vor allem arme Bundesländer
In den kommenden 50 Jahren zahlt Deutschland 800 Milliarden Euro – nur für die Schäden des Klimawandels. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) errechnete den Betrag der Schäden, die beispielsweise Ernteausfälle, Überschwemmungen oder stürmische Unwetter verursachen werden. Betrachtet man die Bundesländer, zahlen bevölkerungsreiche Regionen wie Baden-Württemberg mit 129 Milliarden Euro oder Bayern mit 113 Milliarden Euro den höchsten Anteil. Die beiden Bundesländer haben jedoch eine starke Wirtschaft um die Kosten auszugleichen. Nach dem DIW trifft der ökonomische Schaden deshalb vor allem wirtschaftsschwache Länder, wie Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Thüringen.














